Thrombozytapherese

 

 

Blutplättchen-Präparate (Thrombozytenkonzentrate) werden vorwiegend für schwerstkranke Patienten (Tumor-Patienten, Unfallopfer, grosse Operationen) verwendet und sind wichtig für die Blutstillung. Sie sind nur 5 Tage haltbar, da sie sehr empfindlich sind. Der Bedarf nach diesem Spezialprodukt ist in den Kliniken stetig am Steigen, so dass wir dringend neue Spender suchen.

 

Bei der Thrombozytapherese wird durch Einsatz moderner Technologien (Apheresemaschinen) gezielt ein kleiner Teil Ihrer Thrombozyten (Blutplättchen) aus dem Blut separiert, während die übrigen Bestandteile sofort zurückgeführt werden.

 


Ablauf der Thrombozytapherese

Wie bei einer normalen Blutspende wird Ihnen in die Ellenbeuge eine Nadel gelegt. Ein kleiner Teil Ihres Blutvolumens wird in ein steriles, geschlossenes Schlauchsystem geleitet und mit einer Substanz (Zitrat), welches das Blut kurzfristig ungerinnbar macht, gemischt. Das Blut gelangt so in das Apheresegerät und wird durch Zentrifugation sofort in Blutplasma und Blutzellen aufgetrennt. Aus diesen Blutzellen werden spezifisch die Thrombozyten abgetrennt und gesammelt, während die restlichen Blutzellen dem Körper sofort wieder zurückgeführt werden. Hierbei gelangt ein Teil der Zitratlösung in den Blutkreislauf des Spenders. Zitrat entsteht im Körper an vielen Stellen auch auf natürlichem Wege, z.B. im Rahmen des Abbaus von Fetten, Zuckern und Eiweissen. Es wird innerhalb von Minuten von der Leber abgebaut.

 

Da die Thrombozyten für die Zeit der Lagerung eine „Nährlösung“ brauchen, wird während der Apherese ein Teil Blutplasma simultan gesammelt und den Thrombozyten beigemischt. Die Spendendauer einer Thrombozytapherese beträgt etwa 45-75 Minuten, wobei ein Volumen von ca. 500 ml entnommen wird. Für Sie als Spender besteht durch die Spende von Blutprodukten (unerheblich welcher Art) grundsätzlich keine Gefahr für Ansteckung, da steriles Einwegmaterial für die Entnahme verwendet wird.

 

Voraussetzungen für die Thrombozytapherese

- geeignete Armvenen (wird von unserem Entnahmeteam individuell beurteilt)

- Mindestens eine erfolgreiche Vollblutspende

- Geeignete Thrombozytenwerte (>150.000/µl) im Blut

- Bereitschaft für Spende von 45-75 Minuten Dauer



Besonders zu beachtende Punkte

Spendetermin: Da der Spendevorgang sowohl für den Spender als auch für das Blutspendezentrum mit grösserem Aufwand verbunden ist, wird mit Ihnen individuell durch das Spendebüro telefonisch ein Termin vereinbart. Bei Terminmutationen möchten wir Sie bitten, sich direkt mit dem Spenderbüro (058 272 52 52) in Verbindung zu setzen.

Spendehäufigkeit: Da die Blutplättchen viel schneller nachgebildet werden (ca. 5-7 Tage) als rote Blutkörperchen, können Thrombozytenspenden häufiger durchgeführt werden als Vollblutspenden. Der Plasmaverlust wird vom Körper noch rascher wieder ausgeglichen. Es ist daher möglich, dass Sie im Abstand von 6 Wochen zur Spende kommen können.

Ernährung: 2 Tage vor der Apheresespende sollten keine (oder wenig) fetthaltige Speisen (Saucen, Frittiertes, Käse) eingenommen werden. Das Fett wird im Körper nur langsam abgebaut. Im Plasma wird es durch eine „Trübung“ sichtbar (Lipämie), welche die Weiterverarbeitung des Blutproduktes verunmöglicht. In solchen Fällen muss die Entnahme abgebrochen und das Produkt vernichtet werden. Eine ausreichende Trinkmenge vor dem Spenden erleichtert den Ablauf der Apherese.

Medikamente: 5 Tage vor dem Spendetermin dürfen keine Aspirin-haltigen Schmerzmedikamente oder Rheumamittel (z. B. Voltaren, Brufen usw.) eingenommen werden, da diese Stoffe die Funktion der Blutplättchen beeinflussen. Folgende Medikamente haben keinen negativen Effekt und können eingenommen werden: Panadol, No-Flu, Pretuval, Neo-Citran u.a. Andere Medikamente bleiben im Blutplasma und können somit bei dem Empfänger unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Daher bitten wir Sie immer vor der Spende alle eingenommenen Medikamente anzugeben oder bei Unklarheiten vorher telefonisch nachzufragen.

Nebenwirkungen: Während der Spende kann es durch die Zitrat-Lösung (siehe „Ablauf der Thrombozytenspende“) vorübergehend zu Kribbeln um den Mund und im Finger- und Zehenbereich kommen. Dieses ist harmlos und verschwindet meist rasch durch Flüssigkeitszufuhr oder durch Einnahme eines calziumhaltigen Getränkes/einer Calziumtablette. Selten kommt es zu vorübergehenden kreislaufbedingten Beschwerden während oder nach der Spende. Auch nach jahrelangen regelmässigen Thrombozytenspenden sind keine Nachteile für den Spender zu erwarten. Über die Nebenwirkungen werden Sie in einem persönlichen Aufklärungsgespräch mit dem Spendearzt zusätzlich noch einmal aufgeklärt. Da Sie als Thrombozytenspender in Intervallen von >= 6 Wochen Thrombozyten spenden können und damit auf Wunsch viele Spenden im Jahr abgeben, ist es wichtig, dass Sie trotz der Testung auf HIV, Hepatitis-B, Hepatitis-C und Syphilis unseren Spenderfragebogen besonders gewissenhaft ausfüllen und uns Bescheid geben, falls Sie in den 7 Tagen nach der Spende erkranken sollten.

 

Wir danken Ihnen für Ihr Interesse und hoffen, dass Sie sich entschliessen, die Thromobozytenspende einmal auszuprobieren.